Im Interview mit Norbert Engler

Herr Engler, wie lange besteht Ihr Unternehmen schon und warum haben Sie sich damals entschieden selbständig zu werden?

Seit 1999. Ich habe eine gute Perspektive für mein weiteres Leben gesehen und durch den Großkunden Dehner ergab sich die Möglichkeit, den seit 1984 in Selbständigkeit geführten Gartenbaubetrieb zur eigenen EPS GmbH zu wandeln.

Wie sehen Sie die Zukunft des Blumengroßhandels?

Die Zukunft sehe ich sehr kritisch, da die Ansprüche höher werden und die Kunden am liebsten ihre Waren direkt beim Produzenten und nicht über den Blumengroßhandel konsumieren würden. Daher ist es wichtig, den Service zu festigen. Wer Dienstleistung nicht im höchsten Maße gewähren kann, der hat in einigen Jahren im Blumengroßhandel keine Daseinsberechtigung mehr. Die Pflanze ist bei jedem Händler dieselbe, der Service muss das Unterscheidungsmerkmal sein.

Wann ist die Hauptsaison in Ihrer Branche und wie viel Umschlag haben Sie zu diesen Spitzenzeiten pro Tag zu bewältigen?


Es gibt zwei Hauptverkaufszeiten. Die stärkste ist im Mai. Im September / Oktober ist ebenfalls eine Verkaufsspitze, allerdings bedeutend geringer als im Mai.
Die Ladungsträger, auf denen die Pflanzen stehen werden CC-Container genannt und bilden die Maßeinheit für den Umschlag. An Spitzentagen verlassen bis zu 1.200 CC-Container à 200 Pflanzen unser Unternehmen.

Wo unterstützt Sie MARAHplus im täglichen Ablauf?

Es ist das Arbeitsmittel mit dem wir Lieferscheine, Wareneingänge, Ladungsträger und alles weitere verbuchen! Es ist ein Warenwirtschaftssystem, das jedes Unternehmen braucht, das Handel betreibt! Die Daten gehen von morgens bis abends ein - es ist sozusagen unser täglich Brot.

Große Firmen wie Dehner „Deutschlands großes Garten-Center“ zählen zu Ihren Kunden. Hier arbeiten Sie aktiv mit dem Lieferkettenmanagement
SCM (Supply-Chain-Management). Können Sie uns dazu einige Informationen geben?


Es ist ein System, das die ganze Warenwirtschaft innerhalb der Kundendaten vereinfacht. Aus SCM bekommen wir auf einer Internetplattform unsere
Aufträge angezeigt, mit genauen Angaben über Menge, Artikel, Verpackung, welche Filiale, wie kommissioniert wird, usw. Hier gibt es eine Schnittstellenprogrammierung zu MARAHplus, in die die Daten dann eingelesen und bearbeitet werden und an den Kunden, wie beispielsweise Dehner zurückgeschickt werden.

Sie übernehmen zusätzlich die Etikettierung der Ware für Ihre Kunden, können Sie uns dies bitte näher erklären? Wie viele Etiketten pro Tag nutzen Sie hierbei?

Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt Tage, an denen wir nicht oder nur wenig etikettieren und es gibt Tage, wie beispielsweise heute, an denen wir 10.000
Etiketten verwenden. Auch die Etiketten selbst variieren. Manche Kunden
möchten den Preis oder ein Logo auf dem Aufkleber, andere verzichten darauf und nutzen ein reines EAN-Code-Etikett.
Insgesamt muss 80-90% der Ware etikettiert werden. Es hängt nur davon ab, ob unsere Vorlieferanten die Ware bereits auszeichnen oder wir dies übernehmen.
Hierzu geben wir die Etiketten an unsere Gärtner weiter, damit diese die Ware bereits ausgezeichnet anliefern können.

Fällt bei der Auslieferung Ihrer Ware auch Leihgut an? Welchen Einfluss nimmt Ihre Software auf deren Verwaltung?

Die CC-Container sind Ladungsträger, die wie Leihgut behandelt werden. Sie werden wie Ware gebucht und mit einem Leihgutbeleg verwaltet. Das System
funktioniert wie mit den Pfandflaschen im Handel, allerdings werden hier nur Außenstände verbucht und kein Pfand verlangt.

Bei der Ausgangskontrolle Ihrer Ware verwenden Sie MARAH mobile. Können Sie uns diese Methode beschreiben?

Die Ware wird eingescannt und das System MARAHplus generiert Etiketten. Diese Methode ist gerade bei großen Aufträgen sinnvoll, wenn große Mengen erfasst werden müssen. Die Ladungsträger sind mit Barcodes versehen, in denen alle Informationen verschlüsselt hinterlegt sind. Am Abend vor dem Versand wird die Ware abgescannt, das Gerät auf die Dockingstation gestellt und per Knopfdruck die Daten an MARAHplus übergeben. In den Saisonzeiten nutzen wir hierzu direkt MARAHplus, in den Nebenzeiten, wenn weniger Daten anfallen, arbeiten wir über SCM und schreiben nur die Rechnung über MARAHplus.

Internet, E-Mail, Bildübertragung gehören zu Ihrem Büroalltag. MARAHplus ist ein „offenes System“. Wie nutzen Sie die Möglichkeiten, die MARAHplus Ihnen hier bietet?

Das Zusammenwirken von MARAHplus und SCM ist der wichtigste Punkt, den wir nutzen. Ohne diese Schnittstelle wäre die Arbeit unvorstellbar. Sie haben Ihr Angebot den Kunden im Internet zugänglich gemacht.

Warum war Ihnen das wichtig? Wie wird diese Möglichkeit angenommen, und wie groß ist Ihr Erfolg auf diesem Gebiet?

Mir war es wichtig, allen Kunden die gleiche Form des Angebotes zur Verfügung stellen zu können. Ein permanentes Angebot, das sich ständig aktualisiert und in dem Artikelbilder gut zu laden sind. Diese Möglichkeit wird leider durch unsere Kunden nicht angenommen, da sie später doch per Telefon bestellen. Dies ist wohl kundenspezifisch. Beispielsweise Dehner greift auf dieses Angebot nicht zu,
da seine einzelnen Einkäufer keinen Internetanschluss haben und es gar nicht nutzen können. Wir haben lange darüber diskutiert und sind zum Ergebnis
gekommen, diese Option wieder zurück zu ziehen.

Sie haben Ihre neue Softwarelösung sehr genau getestet. Auf was haben Sie Ihr besonderes Augenmerk gelegt?

Wichtig war für uns, dass die SCM-Anbindung klappt, ebenso ist die Volumenberechnung für uns enorm wichtig. Ein sehr wichtiges Kriterium ist auch die Bedienerfreundlichkeit. Sie senkt Hemmschwellen für Anwender, die nicht
so gerne am Computer sitzen.

Bei der Vorbereitung auf den Echteinsatz Ihres neuen Warenwirtschaftssystems standen Sie stets im engen persönlichen Kontakt zu Sauter + Held. Welchen Einfluss hatte dies für den Ablauf der Umstellung? Wie war die Kommunikation nach der Systemumstellung?

Der Kontakt, gerade zu Herrn Sauter war die gesamte Zeit über eng und sehr gut. Man war immer für uns da und die Kommunikation verlief immer ohne Probleme. Die Hilfe und der Support haben wirklich immer sehr gut geklappt.

Vielen Dank für das Interview.